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Arbeitgeberverband der Kanaren gegen neuen Mindestlohn von 900 € im Monat

Arbeitgeberverband der Kanaren gegen neuen Mindestlohn von 900 € im Monat
Die Regierung von Pedro Sanchez hat .

Kanarische Inseln - Es ist nicht verwunderlich, aber der Arbeitgeberverband (CCE) lehnt die Anhebung des Mindestlohns auf 900 Euro monatlich ab. Die aktuelle Regierung aus PSOE und Podemos hatten sich darauf verständigt, das ab 2019 der Mindestlohn (SMI) in Spanien 900 € monatlich betragen soll bei 14 Zahlungen im Jahr (inkl. Urlaubsgeld und Weihnachtsgeld). Der Präsident der Kanaren, Agustín Manrique de Lara lehnte dies ab, weil diese Entscheidung in einem „sozialen Dialog zwischen Arbeitgebern, Arbeitnehmern und Regierung gefällt werden, darauf wurde aber verzichtet“.

Ebenfalls kritisiert wird die langsame Anhebung bis 1.000 Euro im Monat, auch dafür gab es keinerlei Dialoge. Damit habe die „Regierung einseitig Tarifverhandlungen für Wahlzwecke in die Luft gesprengt“, so die harschen Worte des Präsidenten weiter.

Grundsätzlich sei man natürlich nicht gegen eine Anhebung des Mindestlohns in Spanien, den „die Menschen hätten dann auch mehr Geld zum Ausgeben“, aber eine einseitige Anhebung des Mindestlohns in dieser Form „kann den Menschen auch schaden“, besonders denen „in niedrigen Lohnsegmenten, wie in der Landwirtschaft oder Tourismusbranche sowie anderen Dienstleistungen“.

Das liest und hört sich an wie eine Drohung, eine Drohung, dass man ja nun Menschen auf die Straße werfen muss, die man nicht bereit ist zu bezahlen. Eine typische Drohung aus der Wirtschaft, die immer wieder das Argument als Erstes anbringt, wenn es um Sparmaßnahmen geht. Personal ist es einfach nicht wert bezahlt zu werden und je geringer das Einkommen eh schon ist, desto geringer ist die Wertschätzung eben genau dieses Personals.

Aber Manrique de Lara sagte auch: „Wenn am 1. Januar 2019 der neue Mindestlohn eingeführt wird und es passiert nichts, dann hat die Regierung alles richtig gemacht. Wenn doch etwas passiert, werden die Menschen in niedrigen Lohnsektoren am meisten geschädigt“.

Auch der Präsident der kanarischen Sonderzone (ZEC), Antonio Oliviera meldete sich zu Wort, er sieht das ganze nicht so negativ, wie manche die sagen „wenn man das Gehalt erhöht werden weniger Menschen eingestellt“. Er glaubt eher daran, dass „wenn die Menschen mehr Kaufkraft bekommen, werden Sie diese in den zusätzlichen Konsum stecken“, dies würde der Wirtschaft einen weiteren Schub geben. Er räumt zwar auch ein, das daran „Zweifel bestehen“ können, aber es gibt zu dem Thema viele Studien „die dies bestätigen, das es so laufen wird“. Es komme allerdings auch darauf an, dass „die Gruppe, die es betrifft, das Geld auch wirklich wieder in den Kreislauf bringt“. Seine Grundmeinung nach wird es „für die Kanarischen Inseln positivere als negative Auswirkungen haben“, denn hier gibt es die meisten Menschen die „davon profitieren werden und es wieder in den Konsum investieren werden“.

Das Thema spaltet, wie immer, die Meinungen in verschiedene Lager. Arbeitgeber sehen jeden Euro an Mehrkosten immer gleich als finanzielle Bedrohung für das Unternehmen und andere sehen es als Chance, dass es besser werden kann. Eine Mischung aus beidem könnte passieren, Unternehmen, die es sich jetzt schon kaum leisten können, Personal zu finanzieren, könnten daran scheiter den neuen Mindestlohn zu bezahlen. Aber das bedeutet auch gleichzeitig, das diese Unternehmen sowieso über kurz oder lang aufgeben hätten müssen und nicht in der Lage gewesen wären irgendwelche Preiserhöhungen durch Strom, Wasser, Steuern etc. aufzufangen, das Personal sollte nicht so weit unten angesiedelt werden, dass man mit dem Argument immer alles „totschlagen“ kann. - TF

Weitere ARtikel zum Thema:
Mindestlohn in Spanien wird um 22,3% angehoben - Pakt zwischen Sanchez und Iglesias machts möglich, vom 12.10.2018
Endlich! PSOE schafft sog. Sonnensteuer ab - fotovoltaische Anlagen nun ohne Strafe, vom 06.10.2018

Nachricht vom 22.10.18 09:37

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